05.02.2026

Bürgerbeteiligung in Kommunen: 5 Erfolgsfaktoren aus der Praxis

Bürgerbeteiligung in Kommunen: 5 Erfolgsfaktoren aus der Praxis

Warum schaffen manche Beteiligungsverfahren Akzeptanz und andere Frust? Dieser Beitrag bündelt Erfahrungen aus über 100 kommunalen Beteiligungsprozessen und zeigt fünf zentrale Erfolgsfaktoren aus der Praxis.

Warum schaffen manche Beteiligungsverfahren Akzeptanz und andere Frust? Dieser Beitrag bündelt Erfahrungen aus über 100 kommunalen Beteiligungsprozessen und zeigt fünf zentrale Erfolgsfaktoren aus der Praxis.

Warum Erfahrungswissen in der kommunalen Bürgerbeteiligung entscheidend ist

In der Fachdebatte zur Bürgerbeteiligung existieren zahlreiche Leitfäden, Qualitätskriterien und methodische Empfehlungen. In der kommunalen Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass Beteiligung selten an fehlendem Wissen scheitert, sondern an strukturellen Rahmenbedingungen im Prozess.

Viele Verwaltungen suchen daher weniger nach neuen Modellen, sondern nach belastbarer Einordnung aus Erfahrung: Was wiederholt sich in der Praxis tatsächlich? Wo liegen systematische Schwachstellen? Und welche Faktoren haben sich über viele Projekte hinweg als entscheidend erwiesen?


  1. Beteiligung rechtzeitig starten: Warum der Zeitpunkt über Akzeptanz entscheidet

Ein Muster, das viele aus der eigenen Arbeit kennen: Beteiligung startet häufig erst dann, wenn zentrale Entscheidungen bereits vorbereitet oder faktisch getroffen sind. In dieser Phase wird Beteiligung von Bürger:innen schnell als nachträgliche Legitimation wahrgenommen statt als echte Mitgestaltung.

In der Praxis entsteht dieser Zeitpunkt meist aus nachvollziehbaren Gründen. Projekte werden intern entwickelt, politische Abstimmungen laufen, Fristen rücken näher. Beteiligung kommt dann ins Spiel, wenn ein Vorhaben öffentlich wird oder Konflikte bereits sichtbar sind. Genau dann ist der Entscheidungsspielraum jedoch nur noch begrenzt.

Unsere Erfahrung aus über 100 Projekten zeigt: Früh angesetzte Beteiligung verändert nicht zwangsläufig das Ergebnis, aber sie verändert den Prozess. Sie macht Konfliktlinien sichtbar, solange Planung noch gestaltbar ist, und ermöglicht Dialog, bevor sich Positionen verhärten. Das erhöht Akzeptanz und erleichtert die spätere interne und politische Weiterverarbeitung der Ergebnisse. Darum ist frühzeitige Beteiligung heute der Standard und wird in Bundesgesetzten (§25 VwVfG) und der Richtlinie VDI-MT 7000 empfohlen.

Praxistipp:
Die erste Stufe von Beteiligung ist Information. Eine bewährte Stellschraube ist daher, geplante Vorhaben frühzeitig transparent zu machen und Bürger:innen eine erste, niedrigschwellige Rückmeldung zu ermöglichen. Ergänzend hat es sich in der Praxis bewährt, in internen Verwaltungsabläufen einen festen Meilenstein zu verankern, an dem geprüft wird, ob und in welcher Form eine öffentliche Beteiligung sinnvoll und erforderlich ist.


  1. Kommunikation als Erfolgsfaktor: So erreichen Kommunen die richtigen Zielgruppen

In vielen Kommunen steht bei digitaler Bürgerbeteiligung zunächst das passende Tool im Fokus. In der Praxis entscheidet jedoch etwas anderes darüber, ob Menschen sich beteiligen: ob sie vom Verfahren erfahren, die Ansprache verstehen und den Prozess einordnen können. Genau hier liegt einer der häufigsten Engpässe in Beteiligungsprozessen.

Unsere Projekterfahrung zeigt, dass Reichweite nicht automatisch mit dem Start einer Beteiligung entsteht. Unterschiedliche Zielgruppen reagieren auf unterschiedliche Kanäle, und ein einzelner Kommunikationsweg reicht in der Regel nicht aus. Das bestätigt auch unsere eigene Umfrage: Zwar geben viele Teilnehmende an, über Social Media auf neue Beteiligungsprojekte hingewiesen zu werden, doch spielt E-Mail weiterhin eine große Rolle. Andere Kanäle werden zwar seltener gewünscht, erreichen aber bestimmte Gruppen ebenso zuverlässig.

Diagramm: Kanäle, über die Nutzer informiert werden möchten

Diagramm: "Über welche Kanäle möchten Sie zukünftig zu Beteiligungsprojekten der Stadt erfahren?" (n=550)

Ein Beteiligungsangebot ohne begleitende, mehrkanalige Kommunikation bleibt daher oft unsichtbar, selbst wenn es fachlich gut konzipiert ist und reale Einflussmöglichkeiten bietet. Kommunikation entscheidet darüber, wer erreicht wird und wessen Perspektiven im Verfahren sichtbar werden.

Praxistipp:
Planen Sie Kommunikation wie einen eigenen Projektbaustein: Legen Sie vorab fest, welche Zielgruppen über welche Kanäle erreicht werden sollen, und setzen Sie bewusst auf Wiederholung statt auf einen einmaligen Aufruf. Denken Sie an einfache und kostengünstige Kanäle wie E-Mailverteiler, Netzwerke, Multiplikator:innen und bestehende WhatsApp-Gruppen oder Social-Media-Kanäle.


  1. Auswertung als Engpass: Warum die größte Herausforderung nach der Beteiligung beginnt

In vielen kommunalen Beteiligungsprozessen verläuft die Durchführung zunächst erfolgreich. Formate funktionieren, Beiträge gehen ein, Beteiligung wird sichtbar. Eine oft unterschätzte Herausforderung beginnt jedoch erst danach. Große Mengen an Freitexten, Kartenbeiträgen und Kommentaren treffen auf knappe Zeitressourcen, begrenzte Routinen und analytische Kapazitäten in der Verwaltung. Diese Phase erhält in der Planung häufig weniger Aufmerksamkeit, als sie für die spätere Wirkung erfordert

Aus unserer Erfahrung wird Auswertung manchmal erst dann konkret mitgedacht, wenn die Beteiligung bereits abgeschlossen ist. In der Praxis kann das zu Verzögerungen oder starker Verdichtung führen. Oder auch dazu, dass Ergebnisse nur teilweise in Verwaltungsprozesse und politische Entscheidungswege einfließen.

Besonders anspruchsvoll sind qualitative Beiträge. Freitexte enthalten wertvolles lokales Wissen, lassen sich aber ohne Struktur nur schwer zusammenführen. Kartenbasierte Beteiligung erzeugt räumliche Hinweise, deren Potenzial häufig ungenutzt bleibt, wenn keine geeignete Auswertungslogik vorhanden ist. Verwaltungen geraten hier weniger wegen mangelnden Engagements an ihre Grenzen, sondern weil Auswertung nicht zu ihren Kernaufgaben gehört und selten standardisiert ist.

Praxistipp:
Definieren Sie vor dem Start der Beteiligung einen realistischen Mindeststandard für die Auswertung. Etwa thematische Bündelungen, räumliche Verdichtungen und eine kurze schriftliche Einordnung der zentralen Argumente.


  1. Transparente Rückmeldung: Wie Feedback Vertrauen in Bürgerbeteiligung stärkt

In der Praxis entscheidet sich die Wirkung von Bürgerbeteiligung nicht nur während der Beteiligung, sondern in hohem Maße danach. Für Bürger:innen ist Rückmeldung der Moment, in dem sich zeigt, ob ihr Engagement ernst genommen wird. Bleibt sie aus oder ist sie unklar, kann Frustration entstehen – unabhängig davon, wie gut das Verfahren organisiert war. Genau deshalb ist fehlende Rückkopplung ein häufiger Grund dafür, dass Menschen sich bei späteren Beteiligungen nicht erneut einbringen.

Aus unserer Erfahrung in kommunalen Beteiligungsprozessen liegt das Problem selten im fehlenden Willen zur Rückmeldung, sondern in fehlenden Strukturen. Ergebnisse sind vorhanden, aber nicht aufbereitet. Zuständigkeiten für Rückmeldung sind unklar. Der Übergang von Beteiligung zu Verwaltungshandeln bleibt unsichtbar.Für Teilnehmende entsteht so der Eindruck, dass „nichts passiert“ sei.

Kommunen, die hier bewusst ansetzen, machen transparent, wie Beiträge ausgewertet wurden, welche Aspekte eingeflossen sind und warum bestimmte Vorschläge nicht umgesetzt werden konnten. Entscheidend ist dabei nicht Zustimmung, sondern Nachvollziehbarkeit. Auch ablehnende Entscheidungen können Vertrauen stärken, wenn sie verständlich begründet sind.

Praxistipp:
Planen Sie Rückmeldung verbindlich ein und unterscheiden Sie dabei zwischen öffentlicher Ergebnisdarstellung und direkter Rückmeldung an Teilnehmende – etwa per E-Mail oder Brief. Persönliche Rückkopplung signalisiert Wertschätzung. Wenn Sie nur begrenzte Ressourcen haben, schreiben Sie pro Aspekt ein paar Zeilen darüber, was die wichtigsten Erkenntnisse aus der Beteiligung sind und welche Schritte als nächstes folgen.

  1. Beteiligung als Prozess: Bürgerbeteiligung in der Kommune dauerhaft verankern

Bürgerbeteiligung ist dort besonders erfolgreich, wo sie nicht als einmaliges Projekt verstanden wird, sondern als wiederkehrender Bestandteil kommunaler Arbeit. In vielen Kommunen wird Beteiligung für jedes Vorhaben neu aufgesetzt: neue Abläufe, neue Kommunikationslogik, neue Auswertungswege. Das bindet Ressourcen und erschwert eine verlässliche Planung.

Unsere Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit Kommunen zeigt: Dort, wo Beteiligung als Prozess gedacht wird, entstehen klare Strukturen. Formate sind wiederverwendbar, Zuständigkeiten geklärt, Kommunikations- und Auswertungslogiken etabliert. Mit jedem weiteren Verfahren sinkt der organisatorische Aufwand, während die Qualität der Ergebnisse steigt. Beteiligung wird berechnbarer: für Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft.

Praxistipp:
Nutzen Sie Vorlagen aus anderen Kommunen und bauen darauf Ihr eigenes Konzept. Dokumentieren Sie Abläufe, Kommunikationsbausteine und Auswertungslogiken aus laufenden Verfahren und nutzen Sie sie als Grundlage für kommende Projekte. So wird Beteiligung Schritt für Schritt Teil der kommunalen Infrastruktur.


Fazit

Die Erfahrungen aus der Bürgerbeteiligung in Kommunen zeigen ein konsistentes Muster: Beteiligung scheitert selten an mangelnder Bereitschaft der Bürger:innen oder an ungeeigneten Formaten. Sie scheitert auch nicht am Engagement der Angestellten in den Verwaltungen. Sie scheitert vor allem an strukturellen Herausforderungen im Prozess. Entscheidend ist nicht, ob beteiligt wird, sondern wie Beteiligung in Planung, Kommunikation und Auswertung eingebettet ist.


Zentrale Praxisempfehlungen aus der kommunalen Beteiligungserfahrung

  1. Beteiligung früh ansetzen:
    Beteiligung wirkt vor allem dann, wenn es noch reale Entscheidungsspielräume gibt. Je früher Konfliktlinien sichtbar werden, desto geringer sind spätere Widerstände. So lassen sich Ergebnisse politisch und fachlich besser weiterverarbeiten.

  2. Kommunikation von Anfang an mitdenken:
    Reichweite entsteht nicht durch "den einen richtigen Kanal", sondern durch verschiedene Kanäle entsprechend der gewünschten Zielgruppen. Nutzen Sie bestehende Verteiler und Netzwerke und laden Sie gezielt auch Menschen ein, die sich bereits zuvor beteiligt haben.

  3. Auswertung vor dem Start planen:
    Auswertung ist keine Nacharbeit, sondern eine zentrale Phase im Prozess. Legen Sie vorab fest, wie Beiträge erfasst, gebündelt und verdichtet werden, damit Ergebnisse intern tatsächlich nutzbar und anschlussfähig werden.

  4. Rückmeldung verbindlich einplanen:
    Vertrauen entsteht durch Nachvollziehbarkeit. Machen Sie transparent, was mit Beiträgen passiert ist, welche Punkte aufgegriffen wurden und warum anderes nicht umgesetzt werden konnte – idealerweise ergänzt durch direkte Rückmeldung an Teilnehmende.

  5. Beteiligung als Prozess verstehen:
    Beteiligung wird handhabbar, wenn sie nicht jedes Mal neu aufgesetzt wird. Dokumentieren Sie bewährte Abläufe, Kommunikationsbausteine und Auswertungslogiken und nutzen Sie sie als wiederverwendbare Grundlage für kommende Verfahren.

Warum Erfahrungswissen in der kommunalen Bürgerbeteiligung entscheidend ist

In der Fachdebatte zur Bürgerbeteiligung existieren zahlreiche Leitfäden, Qualitätskriterien und methodische Empfehlungen. In der kommunalen Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass Beteiligung selten an fehlendem Wissen scheitert, sondern an strukturellen Rahmenbedingungen im Prozess.

Viele Verwaltungen suchen daher weniger nach neuen Modellen, sondern nach belastbarer Einordnung aus Erfahrung: Was wiederholt sich in der Praxis tatsächlich? Wo liegen systematische Schwachstellen? Und welche Faktoren haben sich über viele Projekte hinweg als entscheidend erwiesen?


  1. Beteiligung rechtzeitig starten: Warum der Zeitpunkt über Akzeptanz entscheidet

Ein Muster, das viele aus der eigenen Arbeit kennen: Beteiligung startet häufig erst dann, wenn zentrale Entscheidungen bereits vorbereitet oder faktisch getroffen sind. In dieser Phase wird Beteiligung von Bürger:innen schnell als nachträgliche Legitimation wahrgenommen statt als echte Mitgestaltung.

In der Praxis entsteht dieser Zeitpunkt meist aus nachvollziehbaren Gründen. Projekte werden intern entwickelt, politische Abstimmungen laufen, Fristen rücken näher. Beteiligung kommt dann ins Spiel, wenn ein Vorhaben öffentlich wird oder Konflikte bereits sichtbar sind. Genau dann ist der Entscheidungsspielraum jedoch nur noch begrenzt.

Unsere Erfahrung aus über 100 Projekten zeigt: Früh angesetzte Beteiligung verändert nicht zwangsläufig das Ergebnis, aber sie verändert den Prozess. Sie macht Konfliktlinien sichtbar, solange Planung noch gestaltbar ist, und ermöglicht Dialog, bevor sich Positionen verhärten. Das erhöht Akzeptanz und erleichtert die spätere interne und politische Weiterverarbeitung der Ergebnisse. Darum ist frühzeitige Beteiligung heute der Standard und wird in Bundesgesetzten (§25 VwVfG) und der Richtlinie VDI-MT 7000 empfohlen.

Praxistipp:
Die erste Stufe von Beteiligung ist Information. Eine bewährte Stellschraube ist daher, geplante Vorhaben frühzeitig transparent zu machen und Bürger:innen eine erste, niedrigschwellige Rückmeldung zu ermöglichen. Ergänzend hat es sich in der Praxis bewährt, in internen Verwaltungsabläufen einen festen Meilenstein zu verankern, an dem geprüft wird, ob und in welcher Form eine öffentliche Beteiligung sinnvoll und erforderlich ist.


  1. Kommunikation als Erfolgsfaktor: So erreichen Kommunen die richtigen Zielgruppen

In vielen Kommunen steht bei digitaler Bürgerbeteiligung zunächst das passende Tool im Fokus. In der Praxis entscheidet jedoch etwas anderes darüber, ob Menschen sich beteiligen: ob sie vom Verfahren erfahren, die Ansprache verstehen und den Prozess einordnen können. Genau hier liegt einer der häufigsten Engpässe in Beteiligungsprozessen.

Unsere Projekterfahrung zeigt, dass Reichweite nicht automatisch mit dem Start einer Beteiligung entsteht. Unterschiedliche Zielgruppen reagieren auf unterschiedliche Kanäle, und ein einzelner Kommunikationsweg reicht in der Regel nicht aus. Das bestätigt auch unsere eigene Umfrage: Zwar geben viele Teilnehmende an, über Social Media auf neue Beteiligungsprojekte hingewiesen zu werden, doch spielt E-Mail weiterhin eine große Rolle. Andere Kanäle werden zwar seltener gewünscht, erreichen aber bestimmte Gruppen ebenso zuverlässig.

Diagramm: Kanäle, über die Nutzer informiert werden möchten

Diagramm: "Über welche Kanäle möchten Sie zukünftig zu Beteiligungsprojekten der Stadt erfahren?" (n=550)

Ein Beteiligungsangebot ohne begleitende, mehrkanalige Kommunikation bleibt daher oft unsichtbar, selbst wenn es fachlich gut konzipiert ist und reale Einflussmöglichkeiten bietet. Kommunikation entscheidet darüber, wer erreicht wird und wessen Perspektiven im Verfahren sichtbar werden.

Praxistipp:
Planen Sie Kommunikation wie einen eigenen Projektbaustein: Legen Sie vorab fest, welche Zielgruppen über welche Kanäle erreicht werden sollen, und setzen Sie bewusst auf Wiederholung statt auf einen einmaligen Aufruf. Denken Sie an einfache und kostengünstige Kanäle wie E-Mailverteiler, Netzwerke, Multiplikator:innen und bestehende WhatsApp-Gruppen oder Social-Media-Kanäle.


  1. Auswertung als Engpass: Warum die größte Herausforderung nach der Beteiligung beginnt

In vielen kommunalen Beteiligungsprozessen verläuft die Durchführung zunächst erfolgreich. Formate funktionieren, Beiträge gehen ein, Beteiligung wird sichtbar. Eine oft unterschätzte Herausforderung beginnt jedoch erst danach. Große Mengen an Freitexten, Kartenbeiträgen und Kommentaren treffen auf knappe Zeitressourcen, begrenzte Routinen und analytische Kapazitäten in der Verwaltung. Diese Phase erhält in der Planung häufig weniger Aufmerksamkeit, als sie für die spätere Wirkung erfordert

Aus unserer Erfahrung wird Auswertung manchmal erst dann konkret mitgedacht, wenn die Beteiligung bereits abgeschlossen ist. In der Praxis kann das zu Verzögerungen oder starker Verdichtung führen. Oder auch dazu, dass Ergebnisse nur teilweise in Verwaltungsprozesse und politische Entscheidungswege einfließen.

Besonders anspruchsvoll sind qualitative Beiträge. Freitexte enthalten wertvolles lokales Wissen, lassen sich aber ohne Struktur nur schwer zusammenführen. Kartenbasierte Beteiligung erzeugt räumliche Hinweise, deren Potenzial häufig ungenutzt bleibt, wenn keine geeignete Auswertungslogik vorhanden ist. Verwaltungen geraten hier weniger wegen mangelnden Engagements an ihre Grenzen, sondern weil Auswertung nicht zu ihren Kernaufgaben gehört und selten standardisiert ist.

Praxistipp:
Definieren Sie vor dem Start der Beteiligung einen realistischen Mindeststandard für die Auswertung. Etwa thematische Bündelungen, räumliche Verdichtungen und eine kurze schriftliche Einordnung der zentralen Argumente.


  1. Transparente Rückmeldung: Wie Feedback Vertrauen in Bürgerbeteiligung stärkt

In der Praxis entscheidet sich die Wirkung von Bürgerbeteiligung nicht nur während der Beteiligung, sondern in hohem Maße danach. Für Bürger:innen ist Rückmeldung der Moment, in dem sich zeigt, ob ihr Engagement ernst genommen wird. Bleibt sie aus oder ist sie unklar, kann Frustration entstehen – unabhängig davon, wie gut das Verfahren organisiert war. Genau deshalb ist fehlende Rückkopplung ein häufiger Grund dafür, dass Menschen sich bei späteren Beteiligungen nicht erneut einbringen.

Aus unserer Erfahrung in kommunalen Beteiligungsprozessen liegt das Problem selten im fehlenden Willen zur Rückmeldung, sondern in fehlenden Strukturen. Ergebnisse sind vorhanden, aber nicht aufbereitet. Zuständigkeiten für Rückmeldung sind unklar. Der Übergang von Beteiligung zu Verwaltungshandeln bleibt unsichtbar.Für Teilnehmende entsteht so der Eindruck, dass „nichts passiert“ sei.

Kommunen, die hier bewusst ansetzen, machen transparent, wie Beiträge ausgewertet wurden, welche Aspekte eingeflossen sind und warum bestimmte Vorschläge nicht umgesetzt werden konnten. Entscheidend ist dabei nicht Zustimmung, sondern Nachvollziehbarkeit. Auch ablehnende Entscheidungen können Vertrauen stärken, wenn sie verständlich begründet sind.

Praxistipp:
Planen Sie Rückmeldung verbindlich ein und unterscheiden Sie dabei zwischen öffentlicher Ergebnisdarstellung und direkter Rückmeldung an Teilnehmende – etwa per E-Mail oder Brief. Persönliche Rückkopplung signalisiert Wertschätzung. Wenn Sie nur begrenzte Ressourcen haben, schreiben Sie pro Aspekt ein paar Zeilen darüber, was die wichtigsten Erkenntnisse aus der Beteiligung sind und welche Schritte als nächstes folgen.

  1. Beteiligung als Prozess: Bürgerbeteiligung in der Kommune dauerhaft verankern

Bürgerbeteiligung ist dort besonders erfolgreich, wo sie nicht als einmaliges Projekt verstanden wird, sondern als wiederkehrender Bestandteil kommunaler Arbeit. In vielen Kommunen wird Beteiligung für jedes Vorhaben neu aufgesetzt: neue Abläufe, neue Kommunikationslogik, neue Auswertungswege. Das bindet Ressourcen und erschwert eine verlässliche Planung.

Unsere Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit Kommunen zeigt: Dort, wo Beteiligung als Prozess gedacht wird, entstehen klare Strukturen. Formate sind wiederverwendbar, Zuständigkeiten geklärt, Kommunikations- und Auswertungslogiken etabliert. Mit jedem weiteren Verfahren sinkt der organisatorische Aufwand, während die Qualität der Ergebnisse steigt. Beteiligung wird berechnbarer: für Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft.

Praxistipp:
Nutzen Sie Vorlagen aus anderen Kommunen und bauen darauf Ihr eigenes Konzept. Dokumentieren Sie Abläufe, Kommunikationsbausteine und Auswertungslogiken aus laufenden Verfahren und nutzen Sie sie als Grundlage für kommende Projekte. So wird Beteiligung Schritt für Schritt Teil der kommunalen Infrastruktur.


Fazit

Die Erfahrungen aus der Bürgerbeteiligung in Kommunen zeigen ein konsistentes Muster: Beteiligung scheitert selten an mangelnder Bereitschaft der Bürger:innen oder an ungeeigneten Formaten. Sie scheitert auch nicht am Engagement der Angestellten in den Verwaltungen. Sie scheitert vor allem an strukturellen Herausforderungen im Prozess. Entscheidend ist nicht, ob beteiligt wird, sondern wie Beteiligung in Planung, Kommunikation und Auswertung eingebettet ist.


Zentrale Praxisempfehlungen aus der kommunalen Beteiligungserfahrung

  1. Beteiligung früh ansetzen:
    Beteiligung wirkt vor allem dann, wenn es noch reale Entscheidungsspielräume gibt. Je früher Konfliktlinien sichtbar werden, desto geringer sind spätere Widerstände. So lassen sich Ergebnisse politisch und fachlich besser weiterverarbeiten.

  2. Kommunikation von Anfang an mitdenken:
    Reichweite entsteht nicht durch "den einen richtigen Kanal", sondern durch verschiedene Kanäle entsprechend der gewünschten Zielgruppen. Nutzen Sie bestehende Verteiler und Netzwerke und laden Sie gezielt auch Menschen ein, die sich bereits zuvor beteiligt haben.

  3. Auswertung vor dem Start planen:
    Auswertung ist keine Nacharbeit, sondern eine zentrale Phase im Prozess. Legen Sie vorab fest, wie Beiträge erfasst, gebündelt und verdichtet werden, damit Ergebnisse intern tatsächlich nutzbar und anschlussfähig werden.

  4. Rückmeldung verbindlich einplanen:
    Vertrauen entsteht durch Nachvollziehbarkeit. Machen Sie transparent, was mit Beiträgen passiert ist, welche Punkte aufgegriffen wurden und warum anderes nicht umgesetzt werden konnte – idealerweise ergänzt durch direkte Rückmeldung an Teilnehmende.

  5. Beteiligung als Prozess verstehen:
    Beteiligung wird handhabbar, wenn sie nicht jedes Mal neu aufgesetzt wird. Dokumentieren Sie bewährte Abläufe, Kommunikationsbausteine und Auswertungslogiken und nutzen Sie sie als wiederverwendbare Grundlage für kommende Verfahren.

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Lukas Wolf, Geschäftsführer von CrowdInsights, Berät strategisch bei kommunalen Beteiligungsprojekten

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