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Carla Märkl

Carla Märkl

Hybride Bürgerbeteiligung: Welches Format passt wann?

Eine Online-Befragung erreicht viele Menschen, ein Workshop schafft Tiefe. Beide zusammengedacht ergeben mehr als die Summe ihrer Teile. Dieser Beitrag zeigt, wie sich Beteiligungsformate sinnvoll kombinieren lassen und worauf es bei der Verzahnung ankommt.

Eine Online-Befragung erreicht viele Menschen, ein Workshop schafft Tiefe. Beide zusammengedacht ergeben mehr als die Summe ihrer Teile. Dieser Beitrag zeigt, wie sich Beteiligungsformate sinnvoll kombinieren lassen und worauf es bei der Verzahnung ankommt.

a group of women sitting in a room

Das Wichtigste zuerst:

  • Hybride Bürgerbeteiligung verbindet digitale und analoge Formate innerhalb eines gemeinsamen Prozesses. Je nach Ziel können die Formate unterschiedliche Aufgaben übernehmen oder dieselben Inhalte über verschiedene Zugänge anbieten.

  • Digitale Formate ermöglichen orts- und zeitunabhängige Teilnahme und liefern strukturierte, auswertbare Beiträge. Analoge Formate schaffen Raum für direkten Austausch, gemeinsame Diskussion und Formate wie Workshops oder Vor-Ort-Begehungen.

  • Kombiniert man beide gezielt, erreicht eine Kommune ein breiteres Spektrum an Perspektiven, als es ein einzelnes Format leisten könnte.

  • Entscheidend ist, dass die Formate als gemeinsamer Prozess geplant und ihre Ergebnisse zusammengeführt werden, ganz unabhängig davon, ob sie nacheinander oder parallel stattfinden.


Was bedeutet hybride Bürgerbeteiligung?

Hybride Bürgerbeteiligung verbindet digitale und analoge Beteiligungsformate innerhalb eines gemeinsamen Prozesses. Je nach Ziel und Zielgruppe können die Formate unterschiedliche Aufgaben übernehmen oder dieselben Inhalte über verschiedene Zugänge anbieten. Ein möglicher Ablauf sieht zum Beispiel so aus:

In der Online-Befragung werden zunächst Themen und Bedürfnisse gesammelt. Anschließend werden die Ergebnisse ausgewertet und für die nächste Beteiligungsphase aufbereitet. Im Workshop werden zentrale Fragen vertieft. Eine weitere digitale Phase kann anschließend helfen, Varianten zu priorisieren. Bilden die Ergebnisse der Online-Befragung die Arbeitsgrundlage des Workshops, statt unabhängig davon ausgewertet zu werden, entsteht ein zusammenhängender Prozess statt zweier getrennter Beteiligungsangebote. Der entscheidende Punkt ist also: Die Formate stehen nicht einfach nebeneinander. Das Ergebnis der einen Phase wird zum Ausgangspunkt der nächsten.


Warum sich digitale und analoge Beteiligung ergänzen

Digitale Beteiligung macht es Menschen leicht, unabhängig von Ort und Uhrzeit mitzuwirken, und liefert von Anfang an strukturierte, auswertbare Beiträge. Sie erreicht damit Menschen, die abends von zu Hause aus teilnehmen möchten oder anonym bleiben wollen.

Diese Stärke erreicht aber nicht jede Zielgruppe gleich gut. Wer lieber im direkten Gespräch mitwirkt, seine Position live vertreten möchte oder keinen digitalen Zugang hat, nutzt eher ein analoges Format. Das Deutsche Institut für Urbanistik weist darauf hin, dass sich Beteiligungsverfahren häufig an ohnehin dialog- und durchsetzungsstarken Personen orientieren, was die soziale Selektivität von Beteiligung eher verstärkt. Wer zusätzlich Formate anbietet, die andere Zugänge eröffnen, wirkt diesem Effekt gezielt entgegen.

Kombiniert man digitale und analoge Formate, erreicht eine Kommune also nicht einfach mehr Menschen, sondern ein breiteres Spektrum an Perspektiven, die sonst gar nicht erst sichtbar würden. Für die Planung heißt das: Erst klären, wen die Beteiligung erreichen soll und welche Aufgabe sie erfüllen muss. Danach lässt sich entscheiden, ob ein digitales, analoges oder kombiniertes Format am besten passt.


Welches Beteiligungsformat eignet sich wofür?

Aufgabe

Digitales Format

Analoges Format

Besonders geeignet, wenn …

Breites Meinungsbild einholen

Online-Befragung

Vor-Ort-Befragung

viele Menschen zu denselben Fragen erreicht werden sollen

Ideen offen sammeln

Digitale Ideensammlung

Ideenwerkstatt

neue Vorschläge und unterschiedliche Perspektiven gefragt sind

Räumliche Hinweise erfassen

Digitale Kartenbeteiligung

Stadtteilspaziergang / Begehung

Erfahrungen und Hinweise konkreten Orten zugeordnet werden sollen

Argumente vertiefen

Online-Dialog

Workshop / Fokusgruppe

Hintergründe, Zielkonflikte und unterschiedliche Positionen diskutiert werden sollen

Varianten vergleichen

Online-Umfrage

Moderierter Workshop

konkrete Optionen gegenübergestellt und bewertet werden sollen

Prioritäten sichtbar machen

Digitales Voting / Priorisierung

Punktabfrage im Workshop

aus mehreren Vorschlägen Schwerpunkte herausgearbeitet werden sollen

Planung vor Ort prüfen

Digitale Karte mit Planungsinformationen

Begehung / Vor-Ort-Termin

die konkrete Situation vor Ort für die Bewertung entscheidend ist

Ergebnisse zurückspielen

Projektseite / Newsletter

Informations- oder Abschlussveranstaltung

transparent gezeigt werden soll, was aus den Beiträgen geworden ist


Die Tabelle ist keine starre Vorgabe. Sie zeigt ein Prinzip: Jedes Format sollte einen begründeten Platz im Prozess haben. Eine Online-Befragung ist stark, wenn viele Menschen dieselben Fragen beantworten sollen, aber weniger geeignet, wenn komplexe Zielkonflikte ausgehandelt werden müssen. Ein Workshop bietet dafür Raum, gleichzeitig ist seine Teilnehmerzahl aber zwangsläufig begrenzter. Beides lässt sich verbinden.


Der typische Planungsfehler: Formate einzeln statt verzahnt denken

In vielen Beteiligungskonzepten steht früh fest: Es gibt eine Online-Befragung, es gibt zwei Workshops, vielleicht eine Abschlussveranstaltung. Damit ist aber noch nicht geklärt, wie daraus ein Verfahren entsteht.

Wird jeder Kanal für sich geplant, entstehen drei getrennte Informationsströme: Die Online-Befragung liefert einen Ergebnisbericht, der Workshop ein Protokoll, die Veranstaltung weitere Wortmeldungen. Am Ende müssen Projektverantwortliche versuchen, das nachträglich zusammenzubringen.

Sinnvoller ist es, die Übergänge vorher zu definieren. Nach jeder Beteiligungsphase sollte feststehen: Was wollen wir danach wissen, und was passiert mit diesem Wissen als Nächstes? Genau diese Frage macht aus einer Reihe von Formaten einen vollständigen Beteiligungsprozess.

 

Beispiel: Online-Befragung und Workshop verbinden

Eine Kommune plant die Neugestaltung eines zentralen Platzes. Direkt mit einem offenen Workshop zu starten, wäre möglich, dort würden aber vor allem die Themen der tatsächlich anwesenden Personen sichtbar.

Eine vorgelagerte digitale Befragung erfasst zunächst breiter: Wofür wird der Platz heute genutzt, was fehlt, welche Probleme werden wahrgenommen, welche Themen sind besonders wichtig? Aus diesen Antworten entstehen konkrete Fragestellungen für den Workshop. Dort muss nicht erneut bei null begonnen werden: Welche Vorschläge aus der Online-Befragung lassen sich zusammenführen, wo bestehen Zielkonflikte, welche Ideen sind realistisch, welche Fragen sind noch offen?

Anschließend kann eine weitere digitale Phase folgen, etwa um mehrere im Workshop entwickelte Varianten einer größeren Gruppe zur Bewertung vorzulegen. Jedes Format übernimmt so eine andere Funktion: digital sammeln, analog vertiefen, digital priorisieren.

 

Praxisbeispiel Markt Weisendorf: Unterschiedliche Zugänge zur Beteiligung schaffen

Wie diese Verzahnung in der Praxis aussehen kann, zeigt Markt Weisendorf. Für ein Projekt rund um den Marktplatz beschreibt die Kommune genau diesen Ablauf: Zunächst werden Fragestellungen digital erhoben, anschließend fließen die Ergebnisse in einen Workshop ein. Für Eva Fröhlich, Geschäftsleitung Markt Weisendorf, ist dabei entscheidend, unterschiedliche Zugänge zur Beteiligung zu ermöglichen:

"Manche Leute sind nur analog erreichbar, andere möchten zeitunabhängig und vielleicht auch anonym teilnehmen. Diese verschiedenen Kanäle muss ich zulassen. Ein Kanal alleine funktioniert aus meiner Sicht nicht. Wir sind bunt, deswegen muss ich auch einen bunten Strauß an Beteiligungsformen anbieten."

Eva Fröhlich

Geschäftsleitung, Markt Weisendorf


Fünf Fragen vor dem Start eines hybriden Beteiligungsprozesses

1. Wen wollen wir erreichen?
Welche Gruppen sind vom Projekt betroffen? Wer beteiligt sich erfahrungsgemäß leicht, und wer wird mit dem geplanten Zugang wahrscheinlich nicht erreicht?

2. Was soll jede Beteiligungsphase leisten?
Themen sammeln, Wissen gewinnen, Lösungen entwickeln, Konflikte diskutieren oder Varianten priorisieren sind unterschiedliche Aufgaben. Das Format sollte sich nach dieser Aufgabe richten.

3. Wie baut eine Phase auf der vorherigen auf?
Für jeden Beteiligungsschritt sollte klar sein, welche Ergebnisse übernommen werden und welche neuen Fragen daraus entstehen. So beginnt ein Workshop nicht wieder bei null, sondern arbeitet mit dem Wissen aus der vorherigen Phase weiter.

4. Wie werden die Ergebnisse zusammengeführt?
Wer Online-Beteiligung, Workshops und Papierformate kombiniert, sollte früh festlegen, wie Beiträge dokumentiert und gemeinsam ausgewertet werden. CrowdInsights ermöglicht, Beiträge aus analogen und digitalen Formaten in einem System zusammenzuführen. Wie CrowdInsights das abbildet und wie KI bei der Digitalisierung analoger Beiträge unterstützt, erklären wir ausführlich in "KI in der Bürgerbeteiligung: Einsatzfelder, Chancen, Grenzen".

5. Wie erfahren Bürger:innen, was aus ihren Beiträgen geworden ist?
Schon im Konzept sollte feststehen, wann Ergebnisse zurückgespielt, welche Vorschläge weiterverfolgt und wie Entscheidungen erklärt werden.


Ein besserer Prozess anstatt mehr Kanäle

Digitale Beteiligung schafft Reichweite und zeitliche Flexibilität, analoge Formate ermöglichen direkten Austausch und andere Formen der Zusammenarbeit. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Kanäle anzubieten, sondern sie passend zu Zielgruppe, Beteiligungsziel und Prozess einzusetzen. Ob sie parallel laufen oder aufeinander aufbauen: Ihre Ergebnisse sollten am Ende zusammengeführt und für die nächsten Schritte nutzbar gemacht werden.

Das Wichtigste zuerst:

  • Hybride Bürgerbeteiligung verbindet digitale und analoge Formate innerhalb eines gemeinsamen Prozesses. Je nach Ziel können die Formate unterschiedliche Aufgaben übernehmen oder dieselben Inhalte über verschiedene Zugänge anbieten.

  • Digitale Formate ermöglichen orts- und zeitunabhängige Teilnahme und liefern strukturierte, auswertbare Beiträge. Analoge Formate schaffen Raum für direkten Austausch, gemeinsame Diskussion und Formate wie Workshops oder Vor-Ort-Begehungen.

  • Kombiniert man beide gezielt, erreicht eine Kommune ein breiteres Spektrum an Perspektiven, als es ein einzelnes Format leisten könnte.

  • Entscheidend ist, dass die Formate als gemeinsamer Prozess geplant und ihre Ergebnisse zusammengeführt werden, ganz unabhängig davon, ob sie nacheinander oder parallel stattfinden.


Was bedeutet hybride Bürgerbeteiligung?

Hybride Bürgerbeteiligung verbindet digitale und analoge Beteiligungsformate innerhalb eines gemeinsamen Prozesses. Je nach Ziel und Zielgruppe können die Formate unterschiedliche Aufgaben übernehmen oder dieselben Inhalte über verschiedene Zugänge anbieten. Ein möglicher Ablauf sieht zum Beispiel so aus:

In der Online-Befragung werden zunächst Themen und Bedürfnisse gesammelt. Anschließend werden die Ergebnisse ausgewertet und für die nächste Beteiligungsphase aufbereitet. Im Workshop werden zentrale Fragen vertieft. Eine weitere digitale Phase kann anschließend helfen, Varianten zu priorisieren. Bilden die Ergebnisse der Online-Befragung die Arbeitsgrundlage des Workshops, statt unabhängig davon ausgewertet zu werden, entsteht ein zusammenhängender Prozess statt zweier getrennter Beteiligungsangebote. Der entscheidende Punkt ist also: Die Formate stehen nicht einfach nebeneinander. Das Ergebnis der einen Phase wird zum Ausgangspunkt der nächsten.


Warum sich digitale und analoge Beteiligung ergänzen

Digitale Beteiligung macht es Menschen leicht, unabhängig von Ort und Uhrzeit mitzuwirken, und liefert von Anfang an strukturierte, auswertbare Beiträge. Sie erreicht damit Menschen, die abends von zu Hause aus teilnehmen möchten oder anonym bleiben wollen.

Diese Stärke erreicht aber nicht jede Zielgruppe gleich gut. Wer lieber im direkten Gespräch mitwirkt, seine Position live vertreten möchte oder keinen digitalen Zugang hat, nutzt eher ein analoges Format. Das Deutsche Institut für Urbanistik weist darauf hin, dass sich Beteiligungsverfahren häufig an ohnehin dialog- und durchsetzungsstarken Personen orientieren, was die soziale Selektivität von Beteiligung eher verstärkt. Wer zusätzlich Formate anbietet, die andere Zugänge eröffnen, wirkt diesem Effekt gezielt entgegen.

Kombiniert man digitale und analoge Formate, erreicht eine Kommune also nicht einfach mehr Menschen, sondern ein breiteres Spektrum an Perspektiven, die sonst gar nicht erst sichtbar würden. Für die Planung heißt das: Erst klären, wen die Beteiligung erreichen soll und welche Aufgabe sie erfüllen muss. Danach lässt sich entscheiden, ob ein digitales, analoges oder kombiniertes Format am besten passt.


Welches Beteiligungsformat eignet sich wofür?

Aufgabe

Digitales Format

Analoges Format

Besonders geeignet, wenn …

Breites Meinungsbild einholen

Online-Befragung

Vor-Ort-Befragung

viele Menschen zu denselben Fragen erreicht werden sollen

Ideen offen sammeln

Digitale Ideensammlung

Ideenwerkstatt

neue Vorschläge und unterschiedliche Perspektiven gefragt sind

Räumliche Hinweise erfassen

Digitale Kartenbeteiligung

Stadtteilspaziergang / Begehung

Erfahrungen und Hinweise konkreten Orten zugeordnet werden sollen

Argumente vertiefen

Online-Dialog

Workshop / Fokusgruppe

Hintergründe, Zielkonflikte und unterschiedliche Positionen diskutiert werden sollen

Varianten vergleichen

Online-Umfrage

Moderierter Workshop

konkrete Optionen gegenübergestellt und bewertet werden sollen

Prioritäten sichtbar machen

Digitales Voting / Priorisierung

Punktabfrage im Workshop

aus mehreren Vorschlägen Schwerpunkte herausgearbeitet werden sollen

Planung vor Ort prüfen

Digitale Karte mit Planungsinformationen

Begehung / Vor-Ort-Termin

die konkrete Situation vor Ort für die Bewertung entscheidend ist

Ergebnisse zurückspielen

Projektseite / Newsletter

Informations- oder Abschlussveranstaltung

transparent gezeigt werden soll, was aus den Beiträgen geworden ist


Die Tabelle ist keine starre Vorgabe. Sie zeigt ein Prinzip: Jedes Format sollte einen begründeten Platz im Prozess haben. Eine Online-Befragung ist stark, wenn viele Menschen dieselben Fragen beantworten sollen, aber weniger geeignet, wenn komplexe Zielkonflikte ausgehandelt werden müssen. Ein Workshop bietet dafür Raum, gleichzeitig ist seine Teilnehmerzahl aber zwangsläufig begrenzter. Beides lässt sich verbinden.


Der typische Planungsfehler: Formate einzeln statt verzahnt denken

In vielen Beteiligungskonzepten steht früh fest: Es gibt eine Online-Befragung, es gibt zwei Workshops, vielleicht eine Abschlussveranstaltung. Damit ist aber noch nicht geklärt, wie daraus ein Verfahren entsteht.

Wird jeder Kanal für sich geplant, entstehen drei getrennte Informationsströme: Die Online-Befragung liefert einen Ergebnisbericht, der Workshop ein Protokoll, die Veranstaltung weitere Wortmeldungen. Am Ende müssen Projektverantwortliche versuchen, das nachträglich zusammenzubringen.

Sinnvoller ist es, die Übergänge vorher zu definieren. Nach jeder Beteiligungsphase sollte feststehen: Was wollen wir danach wissen, und was passiert mit diesem Wissen als Nächstes? Genau diese Frage macht aus einer Reihe von Formaten einen vollständigen Beteiligungsprozess.

 

Beispiel: Online-Befragung und Workshop verbinden

Eine Kommune plant die Neugestaltung eines zentralen Platzes. Direkt mit einem offenen Workshop zu starten, wäre möglich, dort würden aber vor allem die Themen der tatsächlich anwesenden Personen sichtbar.

Eine vorgelagerte digitale Befragung erfasst zunächst breiter: Wofür wird der Platz heute genutzt, was fehlt, welche Probleme werden wahrgenommen, welche Themen sind besonders wichtig? Aus diesen Antworten entstehen konkrete Fragestellungen für den Workshop. Dort muss nicht erneut bei null begonnen werden: Welche Vorschläge aus der Online-Befragung lassen sich zusammenführen, wo bestehen Zielkonflikte, welche Ideen sind realistisch, welche Fragen sind noch offen?

Anschließend kann eine weitere digitale Phase folgen, etwa um mehrere im Workshop entwickelte Varianten einer größeren Gruppe zur Bewertung vorzulegen. Jedes Format übernimmt so eine andere Funktion: digital sammeln, analog vertiefen, digital priorisieren.

 

Praxisbeispiel Markt Weisendorf: Unterschiedliche Zugänge zur Beteiligung schaffen

Wie diese Verzahnung in der Praxis aussehen kann, zeigt Markt Weisendorf. Für ein Projekt rund um den Marktplatz beschreibt die Kommune genau diesen Ablauf: Zunächst werden Fragestellungen digital erhoben, anschließend fließen die Ergebnisse in einen Workshop ein. Für Eva Fröhlich, Geschäftsleitung Markt Weisendorf, ist dabei entscheidend, unterschiedliche Zugänge zur Beteiligung zu ermöglichen:

"Manche Leute sind nur analog erreichbar, andere möchten zeitunabhängig und vielleicht auch anonym teilnehmen. Diese verschiedenen Kanäle muss ich zulassen. Ein Kanal alleine funktioniert aus meiner Sicht nicht. Wir sind bunt, deswegen muss ich auch einen bunten Strauß an Beteiligungsformen anbieten."

Eva Fröhlich

Geschäftsleitung, Markt Weisendorf


Fünf Fragen vor dem Start eines hybriden Beteiligungsprozesses

1. Wen wollen wir erreichen?
Welche Gruppen sind vom Projekt betroffen? Wer beteiligt sich erfahrungsgemäß leicht, und wer wird mit dem geplanten Zugang wahrscheinlich nicht erreicht?

2. Was soll jede Beteiligungsphase leisten?
Themen sammeln, Wissen gewinnen, Lösungen entwickeln, Konflikte diskutieren oder Varianten priorisieren sind unterschiedliche Aufgaben. Das Format sollte sich nach dieser Aufgabe richten.

3. Wie baut eine Phase auf der vorherigen auf?
Für jeden Beteiligungsschritt sollte klar sein, welche Ergebnisse übernommen werden und welche neuen Fragen daraus entstehen. So beginnt ein Workshop nicht wieder bei null, sondern arbeitet mit dem Wissen aus der vorherigen Phase weiter.

4. Wie werden die Ergebnisse zusammengeführt?
Wer Online-Beteiligung, Workshops und Papierformate kombiniert, sollte früh festlegen, wie Beiträge dokumentiert und gemeinsam ausgewertet werden. CrowdInsights ermöglicht, Beiträge aus analogen und digitalen Formaten in einem System zusammenzuführen. Wie CrowdInsights das abbildet und wie KI bei der Digitalisierung analoger Beiträge unterstützt, erklären wir ausführlich in "KI in der Bürgerbeteiligung: Einsatzfelder, Chancen, Grenzen".

5. Wie erfahren Bürger:innen, was aus ihren Beiträgen geworden ist?
Schon im Konzept sollte feststehen, wann Ergebnisse zurückgespielt, welche Vorschläge weiterverfolgt und wie Entscheidungen erklärt werden.


Ein besserer Prozess anstatt mehr Kanäle

Digitale Beteiligung schafft Reichweite und zeitliche Flexibilität, analoge Formate ermöglichen direkten Austausch und andere Formen der Zusammenarbeit. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Kanäle anzubieten, sondern sie passend zu Zielgruppe, Beteiligungsziel und Prozess einzusetzen. Ob sie parallel laufen oder aufeinander aufbauen: Ihre Ergebnisse sollten am Ende zusammengeführt und für die nächsten Schritte nutzbar gemacht werden.

FAQs

Was ist der Unterschied zwischen digitaler und hybrider Bürgerbeteiligung?

Wann ist hybride Bürgerbeteiligung sinnvoll?

Welche digitalen und analogen Beteiligungsformate lassen sich kombinieren?

Wie lassen sich Ergebnisse aus analogen und digitalen Beteiligungsformaten zusammenführen?

Was ist der Unterschied zwischen digitaler und hybrider Bürgerbeteiligung?

Wann ist hybride Bürgerbeteiligung sinnvoll?

Welche digitalen und analogen Beteiligungsformate lassen sich kombinieren?

Wie lassen sich Ergebnisse aus analogen und digitalen Beteiligungsformaten zusammenführen?

Klingt das interessant für Ihre Kommune oder Organisation?

wir zeigen Ihnen, wie eine Umsetzung konkret aussehen kann.

Ansprechpersonen:

Nadine Wunderer, Lukas Wolf.